Offener Brief an die Aktion Mensch

Veröffentlicht am 14.04.2011 in Ortsverein
 

In der Vorstandssitzung des SPD Ortsvereins Maroldsweisach wurde der 1. Vorsitzende Christian Günther beauftragt, einen Brief an die Vorstandschaft der Aktion Mensch zu schreiben. Er ist im folgenden wiedergegeben:

Ortsverein Maroldsweisach

Christian Günther
Am Heiligenberg 1
96126 Maroldsweisach Maroldsweisach, 12.04.2011

Aktion Mensch
Heinemannstr. 36
53175 Bonn

Sehr geehrte Herren Armin v. Buttlar und Martin Georgi,

als Vertreter des SPD Ortsvereines Maroldsweisach, möchte ich Sie hiermit bitten zu einer Fördermaßnahme der Aktion Mensch für die Rummelsberger Dienste im Bereich der Gemeinden Ebelsbach und Zeil in Unterfranken Stellung zu nehmen.

Im Gemeindegebiet Maroldsweisach (Schloss Ditterswind) befindet sich ein Wohnheim der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung. Diese Menschen leben seit mehr als 40 Jahren in Ditterswind und sind in das dortige Dorfleben voll integriert. Sie werden von den Dorfbewohnern liebevoll umsorgt.

Deshalb ist es umso schmerzlicher, dass die Rummelsberger Dienste mit Hilfe einer Förderung durch die Aktion Mensch diesen Ort aufgeben und einen Umzug in die Gemeinden Zeil und Ebelsbach vorsehen. Dort sollen neue Gebäude entstehen. Es wurde behauptet, dass die Förderung durch die Aktion Mensch für Neubaumaßnahmen nur möglich wäre, wenn diese an einem neuen Standort entstehen.

Mit den örtlichen Vertretern wurde bezüglich eines Neubaues in der Gemeinde Maroldsweisach, die die gleichen Vorraussetzungen bietet, wie die Gemeinden Zeil und Ebelsbach nicht gesprochen.

Was besonders schmerzt ist die Behauptung der Heimleitung, dass eine Inklusion am bisherigen Standort Ditterswind nicht gegeben sei. Wir denken dagegen, dass schon ein Blick auf die Webseiten der Einrichtung genügen, um dies zu widerlegen.

Bei einer am 06.04.2011 durchgeführten Bürgerversammlung wurde das Förderverhalten der Aktion Mensch von den Bürgern der Gemeinde Ditterswind kritisiert.

Deshalb habe ich folgende Fragen an Sie:

Ist es richtig, dass eine Förderung der Aktion Mensch (Inklusion) für das bestehende Wohnheim in Ditterswind nicht, oder nur mit finanziellen Abschlägen möglich ist?

Ist eine Förderung durch die Aktion Mensch für einen Neubau eines Wohnheimes für Menschen mit Behinderung in der Gemeinde Maroldsweisach ausgeschlossen worden?

Wurden die beiden Standorte in den Gemeinden Zeil und Ebelsbach für eine Förderung durch die Aktion Mensch von Ihnen vorgegeben?

Wäre eine Förderung Ihrerseits auch in einer vergleichbaren Gemeinde (Maroldsweisach) möglich?

Es wäre aus meiner Sicht schade, wenn Menschen mit Behinderung die seit jahrzehnten in eine Gemeinde integriert sind aus ihrem Umfeld herausgerissen werden. Es scheint als würden die finanziellen Absichten überwiegen. Das Wohl des einzelnen Menschen tritt in den Hintergrund.

Ein großer Teil der behinderten Menschen möchte Ditterswind nicht verlassen. Ich bin der Meinung, dass dies bei der Bewilligung einer Maßnahme zu berücksichtigen wäre. Es ist aus meiner Sicht fraglich, ob eine Beteiligung der betroffenen Menschen mit Behinderung an Planung, Durchführung und Auswertung des geförderten Projektes stattgefunden hat.

Bei Gesprächen mit der Heimleitung Herrn Hofmann wurde immer wieder betont dass das Vorhaben nur durchgeführt wird, wenn eine Förderung durch die Aktion Mensch erfolgt.

Zur Veranschaulichung der momentanen Situation habe ich ihnen einige Presseartikel zu o. g. Thema beigefügt.

Für ihre Mühe bereits vorab vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen.

Christian Günther1. Vorsitzender SPD Maroldsweisach