Susanne Kastner wird Ehrenbürgerin des Marktes Maroldsweisach
Übergabe der Ehrenbürger-Urkunde
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Dr. h.c. Susanne Kastner, einstige Bundesvizepräsidentin, ist Ehrenbürgerin der Gemeinde Maroldsweisach. Bei der Abschlusssitzung des Marktgemeinderates am Montagabend, ernannte sie 1. Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) an ihrem 77. Geburtstag zur Ehrenbürgerin. Hiermit reiht sie sich ein beim ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der am 13. Februar 1996 Ehrenbürger wurde und bei Fritz Klemm, dem diese Ehre am 27. April 1984 zuteil wurde. Da beide bereits verstorben sind, ist Susanne Kastner nun die einzige Ehrenbürgerin in Maroldsweisach, die die höchste Auszeichnung, welche eine Gemeinde zu vergeben hat, erhielt. Auch trug sie sich in das Goldene Buch der Gemeinde ein. 

In seiner Laudatio ließ Bürgermeister Thein das Leben von Susanne Kastner Revue passieren. „Du bist eine außergewöhnliche Persönlichkeit unserer Gemeinschaft, die durch außerordentliche Verdienste für das Gemeinwohl zu einer Säule unserer Marktgemeinde wurde“, sagte der Bürgermeister. Kastner sei eine Person, die nicht nur durch berufliche Leistungen, sondern vor allem durch ihre selbstlose Hingabe und ihren unermüdlichen Einsatz für das Gemeinwohl hervorsteche. 

Vor ziemlich genau 50 Jahren hat sich ihr Mann, Helmut Kastner, als Pfarrer in Maroldsweisach niedergelassen und Susanne unterrichtete das Fach Religion an der Schule. Sie ist seit 1972 Mitglied der SPD und war 18 Jahre als Gemeinderätin tätig. Im Jahr 1989 kam sie als Abgeordnete in den Deutschen Bundestag nach Bonn, die bis 1990 Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war. In Berlin wurde sie Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD und tourismuspolitische Sprecherin. Sie war auch Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe, sowie der Kommission des Ältestenrates. Ihr höchstes Amt begleitete sie als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages von 2002 bis 2009. Bevor sie sich aus dem Bundestag zurückzog, war sie Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. 

"Du hast unserer Gemeinde stets die Treue gehalten, warst SPD-Ortsvorsitzende und bis 2018 auch im Kreistag des Landkreises Haßberge", so Bürgermeister Thein. Er hob hervor, dass sie die Rumänienhilfe gegründet habe und für ihren selbstlosen Einsatz auch die Ehrenbürgerwürde von Lipova und Sibi in Rumänien erhielt. Nach den Worten des Bürgermeisters habe Kastner den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz am Bande und das der 1. Klasse erhalten, sowie auch die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber und den Verdienstorden Rumäniens. Im Jahr 2022 wurde sie Ehrenvorsitzende des SPD-Unterfrankenbezirks Rhön-Grabfeld und Ehrenmitglied im SPD-Kreisverband Haßberge. Sie erhielt die Ehrendoktorwürde der Aurel Vlaicu-Universität in Arad (Rumänien), sowie die Willy-Brandt-Medaille. 

"Deine Hingabe und Leidenschaft sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie Einzelpersonen einen bedeutenden Unterschied in unserer Gemeinschaft machen", so Bürgermeister Wolfram Thein. "Ich bin schon sehr gerührt“, sagte Susanne Kastner und sie bedankte sich mit bewegten Worten für die Ehre die ihr zuteil wurde. Sie freute sich, in der Gemeinde herzlich aufgenommen worden zu sein und dass sie von vielen Leuten auf ihrem Lebensweg begleitet wurde. Ihr besonderer Dank galt ihrem Mann, Pfarrer i.R., Helmut Kastner, der ihr stets den Rücken freigehalten habe.

Bericht zur Jahreshauptversammlung des OV Ditterswind am 10.12.2023

Zu Beginn begrüßte 1. Vorsitzender Andrè Schübel die anwesenden Mitglieder sowie Gäste, insbesondere 1. Bürgermeister Wolfram Thein und SPD Maroldsweisach sowie Junge Bürger. Er äußerte zudem den Wunsch nach mehr Anwesenheit bei Veranstaltungen wie dem politischen Frühschoppen mit Kandidatin Johanna Bamberg-Reinwand, insbesondere der Mitglieder.

Im Folgenden ging Kassier Werner Rögner kurz auf die finanzielle Lage des Vereins ein, wobei für das noch nicht abgeschlossene Jahr 2023 noch keine vollständigen Zahlen genannt wurden - aus diesem Grund wurde auch der folgende Tagesordnungspunkt, der Bericht der Revisoren, auf nächstes Jahr verschoben. Anschließend verlas Peter Hellmuth in Vertretung für Schriftführer Bastian Tuch das Protokoll der JHV des vergangenen Jahres.

Als letzten und umfangreichsten Tagesordnungspunkt begann Wolfram Thein seinen Gastvortrag, um einen Blick auf das politische Jahr 2023 in der Gemeinde und überregional zu werden. Ein für die Gemeindeverwaltung aufwändiges Ereignis war die Organisation des Bürgerbegehrens zur Photovoltaikanlage bei Allertshausen - hier sei der Aufwand vergleichbar mit dem einer Kommunalwahl. Die bestehenden Solaranlagen in Marbach und Saarhof würden noch 2023 ans Netz angeschlossen werden, wodurch vier Anlagen an einer Leitung hängen würden, was effizient und kostensparend sei und ein “Spinnennetz” aus Leitungen im Gemeindegebiet vermeide. Hinsichtlich Stromtrassen konnte der Bau insbesondere der 380kV-Leitung durch das Gemeindegebiet vermieden werden, da sinnvolle Alternativen, die die selbe Netzverstärkung erreichen. aufgezeigt werden konnten. Nach der Ablehnung der PV-Anlage Allertshausen werde man vorerst keine weiteren Anträge bearbeite, sodass aktuell 3,4% statt der ursprünglich geplanten 5% der landwirtschaftlichen Nutzfläche für diese Anlagen verwendet werden - an diesen sei die Gemeinde jeweils mit 20% beteiligt, was finanziell durchaus lukrativ ist und zur Entlastung der Bürger beitrage.

Als nächstes Thema nannte Thein die Feuerwehr, bei der sich auch einiges im Gemeindegebiet getan habe - über die Bildung von Löschgruppen aufgrund der kleineren Mindestanzahl an Feuerwehrleuten (9 gegenüber 27 bei einer “vollen” Feuerwehr) bis hin zu Investitionen in die großen Wehren Maroldsweisach, Ditterswind und Hafenpreppach. In Ditterswind berichtete er von Schwierigkeiten bei der Ersatzbeschaffung für den dortigen Feuerwehrbus, für den kein Angebot für ein Fahrgestell eingegangen war. In Maroldsweisach läuft aktuell der Bau des neuen Feuerwehrhauses, da das alte für die neue Generation von Fahrzeugen schlicht zu klein und nicht mehr erweiterbar sei - der neue Standort am Bauhof sei ideal, da hier schon Leitungen und Kanalanschluss liegen sowie eine Anbindung an die Nahwärme möglich war. Ein neues Fahrzeug wurde von der BAG spendiert, was ein echter Glücksfall sei. Generell sei man aber daran interessiert, die Feuerwehren gleich zu behandeln, da nur so eine gute Versorgung im Brandfall zu gewährleisten ist.

Weitere Infrastrukturinvestitionen, die in nächster Zeit anstehen, seien die Erweiterung der Krippe im Kindergarten Maroldsweisach, da aufgrund der hohen Anzahl an Anmeldungen künftig drei statt zwei Gruppen gebildet werden müssen. Hinsichtlich der Kläranlage habe sich nach Prüfung gezeigt, dass ein Umbau der hiesigen Anlage doch günstiger sei als ein Anschluss an die Anlage in Ebern, hauptsächlich dem komplexen Aufbau der Leitungen geschuldet.

Die Flüchtlingssituation im Gemeindegebiet sei überschaubar - die 33 alleinstehenden Männer, die in Altenstein untergebracht sind, werden aktuell bereits in Richtung Ebern umgesiedelt, da Altenstein sich für diese aufgrund der Anbindung als nicht optimaler Standort herauskristallisiert habe - stattdessen würden kurdische Familien nachrücken, deren Kinder dann auch die örtliche Schule in Maroldsweisach besuchen können. Die Bürokratie z.B. durch fehlender Arbeitserlaubnis hindere dort oft noch die gelungene Integration. Politisch zentral war auch die Landtagswahl, bei der auch eigentlich bundespolitische Themen sehr hochgekocht wurden - die AfD, die mit einem Kandidaten, der nicht mal im Wahlkreis wohne und keinerlei Präsenz zeigte, erhielt auch im Gemeindegebiet dennoch knapp 20% der Stimmen.

Abschließend wurde noch zum Thema Windenergie diskutiert - mit dem Wegfall der 10-H-Regel gäbe es drei Gebiete, die für den Bau von Windrädern geeignet seien - Zeilberg, Sandberg und der in Nähe zu DItterswind gelegene Büchelberg. Nachdem im Gemeinderat aufgrund einiger krankheitsbedingter Abwesenheiten mit 7:6 Stimmen für eine Weiterbetrachtung des Büchelberges als primärer Standort votiert wurde, wurde angeregt über mögliche Probleme diskutiert. Als einer der Kritikpunkte wurde genannt, dass die Gemeinde von der Anlage auf dem Büchelberg keine Beteiligung hätte, da diese auf dem Gebiet des Grafens zu Ortenburg liege. Am Ende wurde vereinbart, zeitnah im Januar eine Bürgerversammlung in Ditterswind abzuhalten, um den Sachverhalt umfassender zu diskutieren, bevor im Frühjahr die nächste Abstimmung hinsichtlich eines möglichen Bauverfahrens im Gemeinderat stattfindet.

Nach dem Ende des Gastvortrages vom 1. Bürgermeister wurde Dieter Bauer, der sich schon auf den Heimweg machen wollte, noch nachträglich zu seinem 70. Geburtstag geehrt und erhielt im Namen des Vereins ein kleines Präsent. Somit endete gegen 16:05 Uhr der offizielle Teil der Sitzung, anschließend folgte noch eine gemeinsame Brotzeit.

Johanna Bamberg-Reinwand zu Gast beim Frühschoppen in Ditterswind
Bastian Tuch, Doreen Büschel, Johanna Bamberg-Reinwand, Andre Schübel und Peter Hellmuth

Am gestrigen Sonntag fanden sich in der Alten Schule in Ditterswind zahlreiche Parteifreunde und weitere Gäste zum politischen Frühschoppen des SPD-Ortsvereins Ditterswind ein. Als Gast konnte Johanna Bamberg-Reinwand, DIrektkandidatin für den Stimmkreis 604 Rhön-Hassberge, gewonnen werden. Zunächst begann die Veranstaltung mit kurzen Grußworten durch den Vorsitzenden Andrè Schübel seitens des OV Ditterswind sowie Doreen Büschel seitens des eingeladenen OV Maroldsweisachs.

Anschließend konnte die Kandidatin ihr Programm vorstellen, welches sich auf mehrere Bereiche erstreckt:

Vielfalt: Der Landtag bildet aktuell die Gesellschaft und deren vielfältige Lebensentwürfe nicht ab - sowohl bei der Geschlechterverteilung als auch der Altersstruktur. Dies sei aber notwendig, um die gesellschaftlichen Herausforderungen besser zu verstehen und lösen zu können. Im Bereich der Migration müsse zwischen verschiedenen Aspekten abgewägt werden. Zum einen sollten Menschen davon abgehalten werden, Schleusern viel Geld für riskante Überfahrten auf dem Mittelmeer zu zahlen - ein legales EInwandern als gesuchte Fachkraft solle nach Möglichkeit aber schon in den Herkunftsländern geklärt werden, politisches Asyl ebenfalls weiterhin gewährt werden. 

Bildung: Die in Bayern deklarierte Lernmittelfreiheit sei nur Augenwischerei, da nach wie vor viele Schulmaterialien, Arbeitshefte usw. bezahlt werden müssten, was insbesondere einkommenschwache Familien überproportional belaste. Die SPD will sich für eine echte Lernmittelfreiheit einsetzen, angefangen von den Schulmaterialien bis hin zur Essensversorgung und Ganztagesbetreuung sowie den Bustickets für die Oberstufe, die aktuell selbst bezahlt werden müssen - dies stelle eine Lücke da, die zwischen Mittelstufe und Studium geschlossen gehöre. Kita-Gebühren sollen ebenfalls abgeschafft werden. Der auch in Bayern teils schon in ersten Klassen vorhandene Lehrermangel werde auch durch fachfremde Quereinsteiger nicht bzw. nur unzureichend gelöst, auch hier sieht Bamberg-Reinwand Verbesserungsbedarf.

Energiewende: Das in den vergangenen Monaten kontrovers diskutierte Gebäudeenergiegesetz ("Heizungsgesetz") sei erst ab 2028 für Privathaushalte relevant - bis dahin können noch alle Typen von Heizungen eingebaut werden. Es sollte aber bereits jetzt bedacht werden, dass Öl und Gas durch weitere auch europäische Richtlinien und die CO2-Steuer auch in Zukunft eher nicht günstiger werden. Was bei einem Umbau sinnvoll ist, sollte am besten mit unabhängigen Energieberatern besprochen werden - bei Neubauten erscheint die Wärmepumpe als sinnvoll. Derartige Richtlinien und Gesetze gab es auch früher bereits - man habe es bei Renovierungen vielleicht nur nicht bemerkt, wenn beispielsweise moderne, dreifach verglaste Fenster eingebaut wurden, die heutzutage der Standard seien, und auch schon Energie einsparten.

Kritik äußerte Bamberg-Reinwand an der Energiepolitik der CSU: Diese habe einerseits nach der Entscheidung über den Atomausstieg zu lange an der 10H-Regelung festgehalten, und das obwohl Bayern mit seiner Industrie einen überdurchschnittlichen Strombedarf hat. Auch der Transport vom Strom aus dem Norden ist ein Problem: Die Stromtrasse Nord-Süd-Link, die nach zahlreichen Protesten nun unterirdisch verlaufen soll, verzögert und verteuert sich hierdurch ebenfalls - all das führt zu den erhöhten Strompreisen, die der Verbraucher am Ende abbekomme. Besuche von Herrn Söder wie kürzlich bei der Eröffnung des Solarparks in Bundorf wären da eher scheinheilig.

Mobilität und Gesundheit: Die individuelle Mobilität sei weiterhin wichtig - es könnten aber beispielsweise Wege und Kosten eingespart werden, wenn in vielen Branchen von zu Hause gearbeitet werden kann - hierfür ist aber eine flächendeckende Digitalisierung nötig. Diese sei auch in anderen Bereichen wie etwa dem Gesundheitssektor sinnvoll, wo Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch hinterherhinkt, so könnten beispielsweise Arzttermine auch per Video-Schaltung abgehandelt werden. Die Situation der Krankenhäuser werde durch Blockaden des Gesundheitsministers Holetschek in den Verhandlungen mit dem Bund bei der Krankenhausreform gefährdet, da eine Kategorisierung und damit gezielte Förderung der Krankenhäuser so nur schleppend vorankommen könne.

Faire Löhne: Bayern ist aktuell eines von zwei Bundesländern, welches noch kein Tariftreuegesetz umgesetzt hat - diese Gesetze sorgen dafür, dass bei öffentlichen Aufträgen nicht nur die reinen Kosten berücksichtigt werden, sondern auch die tarifgemäße Bezahlung und Mindeststandards bei den Unternehmen. Dies sei ein wichtiger Baustein zu einer fairen Entlohnung. Weiterhin sollen Weiterbildung und das duale Ausbildungssystem gefördert werden und Gewerkschaften in ihren FOrderungen nach kürzeren Wochenarbeitszeiten unterstützt werden.

All dies seien gute Gründe, bei den anstehenden Wahlen mnit beiden Stimmen die SPD zu unterstützen. Nach dem Ende ihrer Ausführungen ging es im gemütlichen Beisammensein weiter, mit Weißwürsten, Brezeln, Gerupften- und Hackfleischbroten, wo noch einige Stunden verbracht wurden. 

Ferienprogramm - Spieleolympiade

Im Rahmen des diesjährigen Ferienprogramms veranstaltete der SPD-Ortsverein heute eine Spieleolympiade. Bei schönem Wetter konnten die Kinder sich in insgesamt 12 Disziplinen messen. Anbei ein paar Impressionen.