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SPD Ortsverein Maroldsweisach.

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Regionalisierungspläne der Rummelsberger - offener Brief von Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Dr. h.c. Susanne Kastner an den Vorstand der Rummelsberger Anstalten

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Presse (Neue Presse Coburg vom 28.06.2008) habe ich erfahren, dass „Rummelsberg“ den Standort Ditterswind für sein zukünftiges Konzept nicht mehr forcieren wird. Am ver-gangenen Sonntag (20.07.2008) wurde im Rahmen des Jahresfestes im Schloss Ditterswind von Heimleiter Diakon Hofmann dies einer breiteren Öffentlichkeit erläutert. Da ich erst am 21.07.2008 aus meinem Jahresurlaub zurückgekommen bin, kann ich erst heute reagieren.
Am 28.02.2008 war ich mit einer Delegation der SPD-Fraktion des Marktgemeinderates Ma-roldsweisach zu einem Informationsgespräch bei Herrn Hofmann im Schloss Ditterswind. Anlass war eine Äußerung meinerseits im Rahmen einer Wahlwerbung zur bevorstehenden Gemeinderatswahl, in der ich Befürchtungen von Mitarbeitern der Einrichtung Schloss Dit-terswind wiedergegeben habe, dass bei der laufenden Konzeptplanung nicht mehr am Stand-ort Ditterswind festhalten wird. Dem wurde seitens der Heimleitung öffentlich heftig wider-sprochen und meine Äußerung als unverantwortliche bloße Wahlkampfaktion bezeichnet.

Bei dem Informationsgespräch am 28.02.2008 wurden die Konzeptplanungen mit Außen-wohngruppen erläutert. Von einer Aufgabe von Schloss Ditterswind könne keine Rede sein, hieß es. Durch die Außenwohnplätze möchte man auch Raum gewinnen für die notwenigen Umbaumaßnahmen im Schloss.
Von allen Delegationsteilnehmern wurde Unterstützung bei der Umsetzung eines zukunftsfä-higen Konzeptes für die Einrichtung Schloss Ditterswind zugesichert.
Die derzeitige Entwicklung überrascht mich daher sehr. Der Bevölkerung und den evangeli-schen Kirchengemeinden des Dekanates Rügheim wird die Aufgabe von Schloss Ditterswind nicht zu vermitteln sein. Es darf daran erinnert werden, dass bereits in den 80-ger Jahren ähn-liche Pläne bestanden haben und auf entsprechende Kritik gestoßen sind. Der Kauf von Schloss Ditterswind wurde durch eine Spendensammlung in den Kirchengemeinden unter-stützt. Die Einrichtung ist im Dekanat Rügheim integriert. Jahrelang wurden zahlreiche Pfleg-schaften von Gemeindegliedern übernommen. Regelmäßig wird das Jahresfest von den Nach-bargemeinden unterstützt. Die Einrichtung Schloss Ditterswind war mit ein Grund dafür, bei der Strukturplanung des Dekanates Rügheim in Ditterswind eine halbe RE-Stelle für Diakonie (Diakoniebeauftragter des Dekanates Rügheim) anzubinden.
Für die bevölkerungsarme und strukturschwache Region im nördlichen Landkreis Haßberge stellt die Einrichtung Schloss Ditterswind in vielerlei Hinsicht eine unverzichtbare Größe dar. Bisher waren die sozialen und diakonischen Einrichtungen im Bereich des Marktes Marolds-weisach auch zuverlässige Arbeitgeber. Die weitere Auslagerung von Wohngruppen in andere Regionen würde den Bevölkerungsschwund nochmals drastisch steigern.
Da die Bürger durch die Verlagerung der Einrichtung „Haus auf dem Zeilberg“ des DW-Bamberg/Forchheim nach Ebern bereits hinlänglich Beobachtungen und Erfahrungen sam-meln konnten, erscheinen manche Begründungen für das neue Konzept der Außenwohn-gruppen und des sozial betreuten Wohnens mehr als fraglich.
Eine Verlagerung der Arbeit in die „Main-Achse“ mag ja dem derzeitigen Domizil des Heim-leiters entgegenkommen, ob sie aber tatsächlich dem Konzept „Dienste für Menschen mit Behinderung“ dient, ist zu hinterfragen. Zum „teilhaben am Leben“ gehört sicher mehr, als möglicher Cafehaus- oder Kinobesuch. Die Teilnahme an kirchengemeindlichen Veranstal-tungen und Vereinsfesten war bisher schon selbstverständlich.
Eine Verlagerung der Arbeit in die „Main-Achse“ wird sicher die bestehende Konkurrenz zur Arbeit der Lebenshilfe verstärken.
Ich bitte Sie daher sehr, das Konzept für Schloss Ditterswind so zu gestalten, dass keine wei-tere Beschädigung des Ansehens der Rummelsberger Anstalten, der Diakonie und der evang. – luth. Kirche daraus erfolgt.
Sollten Neubaumaßnahmen in Erwägung gezogen werden, dann wären diese auch im Markt Maroldsweisach möglich. Eine engere Vernetzung mit dem Diakonischen-Werk Haßberge sollte angestrebt werden. Falls die Gebäude im Schloss Ditterswind für eine zukunftsfähige Arbeit für Menschen mit Behinderung nicht mehr nutzbar sein sollten, muss für eine kirchliche/diakonische Nachnutzung gesorgt werden.
Ich bin gerne bereit, auf politischer Ebene zu vermitteln und bitte Sie mich über die weitere Entwicklung der Konzeption für Schloss Ditterswind zu informieren. Ich bitte dringend dar-um, dass Ihre zuständige Abteilung aus Rummelsberg in nächster Zeit ein Gespräch mit den Gemeinderäten und den Kreisräten der Region über eine mögliche Konzeption führt.

Mit freundlichen Grüßen,

gez.: Susanne Kastner

 

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